Der gläserne Kunde

Stellt euch mal folgendes vor:

Man geht abends mit Freunden ins Kino. An der Kasse kauft man sein Ticket. Als es dann weiter zum Saal geht, steht da ein Posten und hält einen an. Man hält das Ticket zum Abreißen hin, aber damit ist er nicht zufrieden, „Entschuldigen Sie bitte, ich muß bei Ihnen auch noch eine Leibesvisite samt proktologischer Untersuchung machen.“

Erstaunt gucken würden wir da wohl alle. Und wenn man eine Erklärung verlangt, bekommt man die auch: „Informationen über Kunden sind ein wichtiger Teil des Geschäfts. Wir würden niemals Daten verkaufen, die Personen zugeordnet werden können, noch würde das Unternehmen jemals Wanzen in Ihrer Kleidung installieren oder nicht fachlich geschultes Personal zu Ihrer Untersuchung einsetzen. Personenbezogene Daten werden von uns und unseren Geschäftspartnern nicht veröffentlicht. Es sei denn, juristische Umstände verlangen es.
Sie können sich natürlich gegen die Untersuchung entscheiden, aber dann dürften Sie den Film nicht sehen.“
Dabei lächelt der Herr ganz lieb und vertrauenswürdig.

Tja, was würdet ihr machen?

Ich würde den Kinobesuch sausen lassen.

Das passiert uns erfreulicherweise in nächster Zukunft nicht. Was uns aber passiert, ist die immer stärkere Beschnüffelung unseres Rechners durch Programme von Spieleherstellern. Es reicht nicht, daß wir ihnen Geld geben und ihnen ihre Spiele abkaufen. Sie wollen verhindern, daß wir die Spiele weiter verkaufen, wenn sie unsere Erwartungen nicht erfüllen. Deswegen muß man die Spiele an Konten binden. Und sie wollen auch noch alles genau wissen. Wie wir ihre Spiele spielen (deswegen müssen wir auch bei Einzelspielertiteln ständig online sein = Onlinezwang) und was wir sonst noch auf unserem Rechner haben (Scan der kompletten Soft- und Hardware), um von uns ein vollständiges Profil zu erstellen. So wie EA das mit seiner neuen Plattform Origin macht.

Der Kunde soll gläsern werden. Ich weiß ja nicht, wie ihr das haltet, aber ich mache das nicht mehr mit. Ich spiele in meiner Freizeit. Ich will entspannen und Spaß haben. Ich will mir keine Gedanken darum machen müssen, was alles ausspioniert wird, während ich ein Spiel spiele. Und ich will mir auch nicht für jede verdammte Spielefirma eine neue Software (Launcher) auf meinen Rechner knallen, die dann im Hintergrund läuft, Ressourcen frißt und munter über meine Internetleitung kommuniziert, nur um deren Spiele spielen zu können.

VERGESST ES!!! Steckt euch eure ach so geilen Spiele sonst wo hin.

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Eine Antwort zu Der gläserne Kunde

  1. nomadenseele schreibt:

    Hm…ich habe heute auch wieder einen Titel bei BigfishGames gekauft. Zwar ein wenig merkwürdig, dass das Spiel nur über den Client installiert werden kann, aber die Alternative wären weitere Staubfänger in der Wohnung.

    Mir ist es zumindest im Moment auch ziemlich egal, was da übermittelt wird, letztendlich macht Blizzard auch nichts anderes, als aus meinen Online-Zeiten / Aktivitäten Statistiken zu erstellen. Und Google speichert (angeblich?) jede Suchanfrage und weiß mehr von mir, als meine eigenen Eltern.

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