Blizzard verspielt Vertrauen

Blizzard wurde von mir immer als die Spieleschmiede genannt, die trotz aller berechtigter Kritik qualitativ gute Spiele geliefert hat. Bei Blizzard-Titeln konnte man sich darauf verlassen, daß sie funktionieren und daß man nicht den Spielerechner von übermorgen braucht, um sie zu spielen.

Äußerte Blizzard noch vor gar nicht langer Zeit Kritik am Ubisoft-Gamelauncher, der auch für Offline-Spiele eine ständige Internetverbindung vorschreibt, greifen sie bei „Diablo 3“ nun selber zu diesem Mittel. Daß es nicht aus Kopierschutzgründen, sondern wegen anderer Dinge sein soll, ist am Ende egal. Das Ergebnis zählt und das heißt: Ist man nicht ständig online, kann man „Diablo 3“ nicht spielen. Die Kritik der Spieler am Ubisoft-Gamelauncher, die z.B. bei der jüngsten Erfolgsmeldung von Ubisoft wieder deutlich wurde, läßt die Frage zu, ob dieses Modell wirklich die Zukunft bedeutet.

Ist der Spieler der Zukunft ständig online, während sein Spielverhalten überwacht und so neue Inhalte und Spiele direkt darauf angepaßt werden können? Stirbt der Gebrauchtspielemarkt, weil alle Spiele an ein Konto eines Herstellers gebunden werden müssen und so nicht mehr legal verkauft werden können?

Letztlich geben die Konsumenten mit ihrem Verhalten den Ausschlag. Wird „Diablo 3“ der große Erfolg, mit dem Blizzard rechnet, wird sich dieses System, alleine schon aufgrund der Vorbildfunktion von Blizzard, durchsetzen.

Ich stehe dem System ablehnend gegenüber. Nicht nur, daß damit die Leute vom Spielen ausgesperrt werden, die aus technischen oder finanziellen Gründen nicht dauernd online sein können (es gibt ja in Deutschland noch große Flecken ohne DSL oder ähnliches, wo die Menschen auf ISDN angewiesen sind), man kann auch nicht mehr unterwegs auf dem Laptop spielen. Die Computer werden immer kleiner, so daß man sie auf Geschäftsreise oder in den Urlaub mitnehmen kann, aber dann kann man es nicht nutzen, es sei denn, man besorgt sich dort einen Internetzugang. Was für ein Quatsch!

Ich kann nur sagen: Kauft „Minecraft“ und laßt die Finger von „Diablo 3“… auch wenn dieser Aufruf nicht viel nutzen wird, weil die meisten Spieler zu blauäugig sind.
Vielleicht ist das auch ein Generationskonflikt. Als Jugendliche sind wir für den Datenschutz auf die Straße gegangen. Die Jugendlichen von heute breiten ihre intimsten Daten freiwillig im Internet aus.

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