APB Reloaded leidet an der MMO-Krankheit

Nun, was ist die MMO-Krankheit? Das ist eine Bezeichnung, die ich mir ausgedacht habe. Sie ist also nirgends sonst zu finden. Aber trotzdem finde ich die Bezeichnung treffend. Aber nun dazu, was ich damit meine:
In einem MMO treffen im PvP Gegner aufeinander, die sich nicht nur durch das Können unterscheiden, sondern auch durch Ausrüstung oder dadurch, daß die eine „Mannschaft“ als Team spielt, die andere aus „Randoms“ (ein zufällig zusammengewürfelter Haufen) besteht.

Man stelle sich das im Fußball vor. Eine Bundesligamannschaft trifft auf ein Team von Leuten, die man zufällig von der Straße geholt hat und die barfuß spielen (wer mal mit ungeeignetem Schuhwerk, d.h. ohne verstärkte Spitze, richtig gegen einen Lederball getreten hat, weiß, was ich meine).
Der Ausgang wäre klar. So etwas würde niemandem gefallen und anschauen würde es sich erst recht niemand.

In MMOs passiert aber genau das nur zu oft. Auf der einen Seite hat man ein Team, vielleicht noch im Teamspeak verbunden und mit durchgehend guter Ausrüstung, auf der anderen unkoordinierte Randoms mit durch alle Phasen der Entwicklung skalierender Ausrüstung. Der Ausgang ist klar.

In Shootern ist so etwas eigentlich Gift für das Spiel. Die Battlefield-Serie kennt solche Unterschiede nicht. Es kann zwar dazu kommen, daß auch hier Teams zusammen spielen, aber die Ausrüstungsschere ist nicht zu groß und vor allen Dingen werden die Teams bunt durcheinander gemischt, wenn die eine Seite zu lange verliert. Man kann sich nicht aussuchen, immer weiter im Siegerteam zu bleiben.

Die Folge ist ein ganz anderer Umgangston. Zwar erlebe ich da auch, daß Spieler sich beschimpfen, aber es bleibt in Grenzen. Man weiß ja nie, ob man nicht im nächsten Match im gleichen Team spielt. Es herrscht eher „sportlicher“ Umgangston. Wer cheatet hat außerdem gute Chancen, daß ein Admin da ist, der ihn vom Server schmeißt und auch gleich noch bannt.

In „APB Reloaded“ sieht es dagegen ganz anders aus. Da gibt es (Gilden)Gruppen, die ständig miteinander spielen. Cheats werden gerne benutzt, wie ich kürzlich berichtete, ohne daß es dem Anbieter Gamers First scheinbar auffällt. Und ich weiß, was ein Cheat macht. Nicht alle Spieler, die gut spielen, cheaten. Oft zielen gute Spieler nur besser oder haben eben bessere Waffen für gerade diese Spielsituation.

Wenn aber ein Spieler z.B. mit einem Sturmgewehr, daß eine größere Streuung hat, je weiter das Ziel entfernt ist, auf Scharfschützenentfernung von 100 Metern mit ein paar Schuß einen anderen Spieler erledigt, dann nutzt der irgendwas, um besser zu treffen, also diese Streuung auszuschließen.

Dann gibt es noch das „de-threating“. In „APB reloaded“ werden die Gegner dank ihres Bedrohungslevels gegeneinander gestellt. Wer hohe Bedrohung hat, trifft eigentlich nur auf welche, die ebenfalls hohe Bedrohung haben oder auf eine größere Zahl Spieler mit niedrigerer Bedrohung. Bedrohung gewinnt man dazu, indem man gut spielt, also Missionen gewinnt oder Spieler tötet, die eine höhere Bedrohung haben, als man selber.

Nun gehen viele Gruppen dazu über, absichtlich Missionen zu verlieren, indem sie gar nicht gegen gleichwertige Gegner antreten, sondern absichtlich die Mission verlieren, um ihre Bedrohungsstufe zu senken. Denn dann können sie wieder schwächere Gegner, die an ihre Ausrüstung nicht heranreichen, abfarmen.

Daß es überhaupt solche Möglichkeiten gibt, auf die oben beschriebenen Weisen unfair zu spielen, das ist die MMO-Krankheit. Diese Krankheit zieht sich vom Erfolgsprimus „World of Warcraft“ bis zum Pleite-Kandidaten „APB“ durch. Und die Spielsysteme lassen so etwas auch zu. Es wird beinahe als normal angesehen. Wie ein Schnupfen eben, den man sich hin und wieder einfängt.

Und zum Schluß noch ein schönes „Cheater“-Video:

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2 Antworten zu APB Reloaded leidet an der MMO-Krankheit

  1. Ezione schreibt:

    finde ich genauso das ist sooo unfair ständig ihrgent ein low bob hat wieder ne gold Waffe die so 2 oder 3 schuss braucht dann ist man tot… oder noch besser was bei mir grad wahr einer mit Gold bedrohungsstufe 5 oder 7 hatte Auto sniper mit der er 3 mal schießt und alle 3 kugeln treffen die kugeln fliegen nicht wie bei den anderen Auto snipern sondern fliegen genau geradeaus dann hatte er noch Raketenwerfer Granatenwerfer und mit den sachen warn die im ein Haus und es gibt nur 2 eingänge auf die haben die fast permanent drauf geballert und unser Team bestand aus 3 neulinge und mit mir bedrohungsstufe Silber 5 und einen mit gold 4 nice was? gute spiele kommen mit Updates jede Woche neee Gamersfirst macht einmal im Monat jaaa bis dahin sind schon 5% der spieler wieder weg wenn das da so weiter geht wird das spiel keine zukunft haben

  2. jarlskor schreibt:

    Das, was Du beschreibst, klingt eher nach einem Aimbot. Die Goldwaffen sind zwar gut, aber nicht unbesiegbar. Sie geben aber einen Vorteil und machen einen schlechten Spieler z.B. zu einem mittelmäßigen, einen mittelmäßigen zu einem guten usw.

    Solche Spots, die Du ansprichst, gibt es z.B. in Battlefield nicht. Da sind alle Punkte von mehreren Positionen angreifbar. Man kann sich nicht einbunkern. Eine der großen Schwächen von APB. Wer eine Weile spielt, kennt natürlich auch genau diese Punkte, die kaum angreifbar sind, manchmal sogar nur einen Zugang haben. Die müßten raus aus dem Spiel.

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