Rift ist an allem Schuld

Wie bei Videogamer.com zu lesen ist, sind die Macher von „Rift“ der Meinung, daß die sinkenden Abonnentenzahlen von „World of Warcraft“ auch von Ihnen verursacht wurden. Will Cook drückt sich zwar vorsichtiger aus als David Reid, aber der Grundtenor ist gleich.

Man kann es ihnen auch nicht verdenken, daß sie so denken. Es ist z.T. sicher zutreffend. Viele Spieler, die „WoW“ einfach in die Jahre gekommen finden, werden in „Rift“ mit neuer Kost versorgt. „Rift“ bietet dabei nichts, das jetzt großartig anders wäre als „WoW“ – darüber habe ich ja schon geschrieben – aber es ist eben so etwas wie „WoW Reloaded“. Alles von überall zusammen gesucht und das auf der Höhe der Zeit in eine nette Verpackung getan.

Obwohl ich weiter dabei bleibe, daß nur „WoW“ „WoW“ schlagen kann, kommt das Spiel doch in die Jahre. Und trotz allem, was das Blizzard-Team aus dieser alten Engine noch grafikmäßig herausholt, sieht es alt aus. Das merke ich immer wieder, wenn ich mir als derzeitiger „Aion“-Spieler Videos von „WoW“ ansehe. Die Grafik ist einfach veraltet, trotz aller Mühe erscheinen die Charaktere und die Ausrüstung verwaschen usw..

Außerdem – Grafik sagt nie etwas darüber aus, ob ein Spiel erfolgreich ist oder nicht – hängt es aber auch am Spielprinzip. War das alte „klassische WOW“ noch breit aufgestellt, ist das Spiel seitdem immer mehr auf das eine extrem, das Raiden, abgerutscht. Dazu kam die Hamstertretmühle der heroischen Instanzen, die die Spieler auf das Raiden vorbereitet hat, indem man darüber Ausrüstung bekommt.

Und die Ausrüstung ist ein weiteres Problem, das ich ja seit langem schon sehe und immer wieder angesprochen habe.
Konnte ich am Ende von „Classic WoW“ noch mit meiner blauen Ausrüstung aus den 5er bis 10er Instanzen mithalten, eingestreut mit ein paar Teilen des Sets aus der T-0,5-Questreihe, schmeißt man jetzt in immer rascherer Folge seine epischen lila Setteile weg. Das hat schon mit „Burning Crusade“ angefangen, die Spirale dreht sich aber immer schneller.

Ich vermute, ein großer Teil der Spieler wird von dieser Entwicklung einfach überholt. So ging es mir als Gelegenheitsspieler ja auch. Bevor ich mir noch das „alte“ Set holen konnte, kamen schon neue „lila“ Sachen raus. Und wieder neue und wieder neue und wieder neue…

Da fehlte dann einfach die Motivation, weiter auf diesen Zug aufzuspringen. Ein erarbeitetes (grausiges Wort im Zusammenhang mit Spielen, aber manchmal paßt es) Set hat einfach keinen Wert, wenn es nach kurzer Zeit – gerade wenn man erst einige Teile hat – veraltet. Die Tätigkeit des Erarbeitens wird damit mit entwertet und am Ende das gesamte Spielen.

Von daher… „Rift“ ist auch Schuld, aber hätte keine Chance gegen ein „WoW“ auf der Höhe der Zeit. Und damit meine ich nicht nur die Grafik.

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