Minecraft über Ostern

Über Ostern ziehe ich mich in eine Ecke Deutschlands ohne Internet zurück. Zwar gibt es – leider – noch viel zu viele dieser Ecken, aber meine ist besonders schön und da verkraftet man die Abwesenheit von Internet leichter.

Da ich so ganz ohne Rechner nicht auskomme, habe ich mir das Spiel Minecraft zugelegt und muß zugeben, daß es mich, obwohl ich jetzt noch Internet habe und etwas anderes spielen könnte, in seinen Bann geschlagen hat.

Die Grafik ist mies, die Systemanforderungen dafür, dank Java, sehr hoch. Aber es macht einfach einen riesengroßen Spaß, die Welt umzugestalten und kreativ zu sein. Schade, daß es kaum Spiele mit schönerer Grafik gibt, die einem dieses Gefühl geben.

Ich finde sowieso, daß es viel zu viele Spiele gibt, die den Spieler in ein Korsett drängen, statt sich der Kreativität der Spieler zu stellen und sie zu fördern. Dabei macht es bestimmt einer Menge Spielern Spaß, einem Spiel den eigenen Stempel aufzudrücken. Wie hat mir schon die Kleinigkeit Spaß gemacht, als ich in einem Strategiespiel meine Einheiten selber benennen konnte. Man entwickelt ein ganz anderes Gefühl zu den Einheiten und damit zum Spiel.

Warum machen große Spieleschmieden nicht mal etwas ähnliches?
Ganz einfach, weil sie sich nicht trauen. So ein Projekt wie Minecraft, das dem Spieler größtmögliche Freiheiten läßt, kann man nur machen, wenn die Entwicklungskosten klein sind und das Projekt auch problemlos schiefgehen kann. Große Entwickler und Publisher müssen die Spieler in ein Korsett stecken, denn sie müssen Spiele produzieren, die voraussichtlich Gewinn einbringen.

Die Zeiten, wo mit kleinem Budget in der Garage geniale Konzepte entstanden, sind vorbei. Es hängt einfach zu viel Geld und es hängen zu viele Interessen dran.
Ein Spiel, das floppt, kann schon fast den Bankrott bedeuten, zumindest massenhaft Arbeitsplätze kosten und Verluste einfahren, was sich auf die Entwicklung weiterer Spiele der selben Firma wiederum negativ auswirkt.

Aber was soll es. Ich werde Ostern, hoffentlich schönes Wetter und Minecraft genießen.

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3 Antworten zu Minecraft über Ostern

  1. Holger schreibt:

    Die Frage habe ich mir auch schon gestellt, denn ich finde es auch immer bedenklicher, wie sehr der Spieler doch an der Hand heutzutage genommen werden muss. „Open World“- oder eben „Sandbox“-Prinzipien gibt es kaum. Natürlich bei nahezu allen Spielen.

    Bei MMOs fällt es mir besonders häufig auf und dort finde ich es so ungemein schade. Aber langsam habe ich das Gefühl, dass der Großteil der Spieler sowas tatsächlich nicht will. Wenn ich mir beispielsweise die Keep-Fights bei Aion ansehe oder generell solche Sachen auch in anderen Spielen – da wird nicht gespielt, weil man Keep-Fights toll findet oder die Schlacht um Winterspring… es müssen immer Belohnungen da sein. Dabei fände ich es schöner, wenn die Leute einfach Spaß an der Sache haben und das spielen, weil die Mechanik so viel Spaß macht – ähnliches ja auch bei Bossen.

    Das einzige große MMO, bei dem mir das bisher bekannt ist, ist Eve Online – aber da haben sie sich wohl einfach über eine recht lange Zeit den entsprechenden Spielerstamm herangezüchtet, der das mag. Für mich ist Eve (leider) nichts, weil ich mit anderen Elementen des Spiels wenig anfangen kann, aber ich würde mir dieses Sandbox auch viel häufiger wünschen. Minecraft geht ja auch in diese Sandbox-Richtung.

    So toll ich und du ja anscheinend das auch finden und ich glaube, es gibt noch genug Andere, wie uns, aber ich befürchte, dass der Markt sowas leider nicht schlucken wird. Da geht es immer nur entweder um Belohnungen (in MMOs) oder gerade Strecken, von denen man nicht abweichen darf (in Offline-Spielen).

    Irgendwie schade, dass es eine solche Entwicklung gibt und mir tut das echt in der Spielerseele weh. Einfach mal wieder basteln und bauen, wie damals bei einem SimCity oder ähnlichem. Ich glaube nur, nachdem das ein paar Titel probiert und daran gescheitert sind, überlässt man es wohl doch lieber den Platzhirschen auf dem Gebiet wie Eve. Sehr schade.

  2. slimboo schreibt:

    dreh es mal andersherum

    ich bin oft SEHR verwundert was leute für ein achievment tun

    die fliegen dann z.b. die ganze wow welt ab

    oder questen bis zum letzen quest alles leer um dann der meister der lehren zu werde, oder wie das achievment heisst

    ich muss aber auch sagen, dass eine vorgegebene gradlinigkeit wirklich unschön ist, erst recht beim questen..

    @minecraft: ich werds mir nachher auf jeden fall mal anschaun

  3. jarlskor schreibt:

    @ Holger

    Die Spieler wurden auf eine bestimmte Art und Weise erzogen. Wie Du richtig feststellst, gibt es kaum Sandbox-Spiele. Spieler werden ab ihrem ersten Spiel an die Hand genommen. Sie wissen gar nicht, daß es anders geht und erwarten vom nächsten Spiel eben auch wieder, an die Hand genommen zu werden. Geschieht das nicht, kommen sie sich alleine gelassen vor. Im für den Entwickler schlimmsten Fall lassen Spieler dann ganz schnell die Finger davon.

    Mit dem Weltraum-Szenario in Eve kann ich mich nicht anfreunden, sonst hätte ich es mir schon längst mal angesehen.

    Ich erinnere mich immer wieder gerne an den Anfang meiner WoW-Zeit und die PvP-Kämpfe in Southshore/Tarrens Mill. Da gab es keine Belohnungen. Trotzdem hatte man eine Menge Spaß. Blizzard hat mir dem Belohungssystem dann diese Kämpfe kaputt gemacht. Es ging niemand mehr hin, weil PvP nun belohnt wurde.

    Mein Beispiel, wo es um den Spaß am PvP geht, statt um Belohnungen, sind die Shooter. In Battlefield hat man sich sehr schnell alle Belohnungen erspielt. Man spielt dann auf gleichem Level, alleine wegen dem Spielspaß. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

    Ich habe ja schon geschrieben, warum Sandbox-Spiele bei den „normalen“ Entwicklern keine Chance haben. Das Risiko ist zu groß. Das heißt aber nicht, daß solche Spiele keine Chancen auf dem Markt hätten. Man müßte es nur richtig anfasssen und den Spielern die Chance geben, etwas anderes zu erleben. ArenaNet versucht einen ersten Schritt in diese Richtung, auch wenn das alles andere als eine Sandbox-Welt werden wird. Aber ein wenig dynamischer als die üblichen WoW-Welten wird sie.

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