Der Heilige Gral

Suchen wir Spieler nicht alle den Heiligen Gral der Spiele? Auch wenn jeder das anders definiert und etwas anderes sucht, ich denke, die meisten sind auf der Suche. Man denkt vielleicht manchmal, man habe ihn gefunden, aber dann entschwindet er wieder.

Computerspiele (und dazu rechne ich auch die Spiele für Konsolen) sind eine relativ simple Angelegenheit. Dem Spieler wird Komplexität vorgegauckelt. Aber wer ein bißchen dahinter steigt, der merkt, daß im Hintergrund doch nur Programme laufen und die Welt keine echte Welt ist.
Es gibt strikte Regeln, die man beachten muß. Natürlich gibt es die auch in der realen Welt, z.B. durch die physikalischen Gesetze. Aber diese „Regeln“ der realen Welt empfinden wir nicht als so einschränkend. Sie sind es im Grund auch nicht, denn das Gerüst eines Spieles ist sehr viel geregelter, als es unsere Welt ist. Das liegt schon in der Technik begründet, die eben eine größtmögliche Freiheit nicht erlaubt. Je abstrakter man ein Spiel macht, desto mehr ist auch möglich. So bietet z.B. Minecraft sehr viel Freiheit. Spiele, die bessere Grafiken und komplexere Welten bieten und damit höhere Anforderungen an die Technik stellen, müssen diese Freiheit zurück schrauben.

Ich dachte einmal, ich hätte in WoW meinen Heiligen Gral der Spiele gefunden. Aber dieses Gefühl nutze sich irgendwann ab, je weiter ich hinter die Mechanik des Spiels schaute und je weniger faszinierend mir die Welt deswegen vorkam… und die Suche begann.
Sie führte mich von einem Spiel zum anderen, aber irgendwie kam dieses Gefühl des ersten Eintauchens in eine Welt, die ich zu Beginn als riesengroß, belebt und voller Abenteuer empfand, nicht wieder.

Ich habe dazu einen Beitrag im WoW Forum von  Nøkk gefunden, den ich sehr gelungen finde und aus dem ich folgendes zitieren möchte:

Der ganze Spielkomfort, die mittlerweile riesige Welt und die vielen Möglichkeiten können uns vergangene Spielerlebnisse nicht wieder bringen. Selbst der Sieg über einen noch so spektakulären  noch kommende Raidboss wird nicht an die Freude das T5-Raidbosspärchen gelegt zu haben, herankommen, kein Drache wird jemals so kultig sein wie Ony, und für WotLK -Einsteiger wird kein Titel so toll sein wie Der Königsmörder.

Das Aufhören von langjährigen Begleitern (in meinem Umfeld auch so) hat glaub ich weniger mit Enttäuschung über das Addon zu tun, vielmehr mit Enttäuschung oder vieleicht Erkenntnis darüber, dass das Spielerlebnis WoW, sei es noch so gut insziniert, nicht wiederholbar ist.

Die Suche nach dem Heiligen Gral wird immer ergebnislos verlaufen. Es wird nie „das Spiel“ geben, in dem alles steckt. Viel, was wir in einem Spiel als schön erleben, ist nur da, weil es neu ist und weil es das erste Mal ist. Wir werden dieses Gefühl nicht wiederfinden. Vielleicht ähnliches, aber nie dieses Gefühl des ersten Mals.

Sollte man deswegen aufhören zu suchen? Ich finde, nein. Suche ist auch eine Art Weiterentwicklung. Wer auch nach Jahren ein Spiel noch so gut findet, wie am Anfang, sollte sich einmal fragen, ob ihm die Entwicklung durch die Lappen gegangen ist. Auch wenn wir nichts finden, sollten wir suchen.

Am Horizont tauchen die nächsten Spiele auf. Entweder solide Koste wie „Rift“ oder vorgebliche Innovationen wie „Guild Wars 2“. Oder auch das alte besser in neuem Gewand, wie vielleicht das nächste WoW-Addon.

Vielleicht wird das nicht alles so, wie man denkt und es ist wieder nicht der Heilige Gral der Spielelandschaft. Aber die Suche sollte weitergehen.

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Eine Antwort zu Der Heilige Gral

  1. slimboo schreibt:

    ês stimmmt auf jeden fall

    nichts kam an die ersten 20 level unwissendes wow spielen ran

    und ja man sucht danach, aber ob das zu finden ist, ich weiss nicht

    und eins ist sicher, ein spiel mit einer so tiefen komplexität müsste fast genauso wie das normale leben sein, und dafür hätte dann kaum jemand mehr genügend zeit..

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