Bewegung ist Trumpf

In WoW liest man manchmal von den Bewegungsmuffeln, die bestimmte Instanztaktiken nicht schaffen. Ich gehöre z.T. dazu, denn die Aktion bei Heigan in Naxxramas habe ich, bei den 3-4 Mal, wo ich da war, nie überlebt.
Mit Shootern habe ich dagegen kein Problem. Ich denke mal, bei Heigan lag es einfach daran, daß ich – milde gesagt – keine große Fähigkeit für choreographische Bewegungen habe. Ich war immer einen Schritt zu früh oder zu spät und – BATSCH – tot.

Wozu erzähle ich das in einem Beitrag über Guild Wars 2, außer um zu beweisen, was für ein „Noob“ ich bin?

Ganz einfach, MMORPGs sind meist statische Spiele in denen man Knöpfe drückt und auf Balken schaut. Ggf. muß man noch auf Abstände zu Gegnern achten, damit sie in Reichweite bzw. man selber außer derselben bleibt. Aber ansonsten sind MMOs eher statisch im Vergleich zu Shootern. In MMOs zählen die Charakterwerte und weniger, wie beweglich der Charakter ist. In Shootern zählt die Bewegungen und das Stellungsspiel. Man hat keine Pfeile oder Feuerzauber, die um die Ecke fliegen, sondern der Angreifer muß zielen und der Angegriffene kann in Deckung gehen oder im bestimmten Rahmen ausweichen.

„Guild Wars 2“ verspricht nun, das Genre auch in dieser Hinsicht umzukrempeln. Sind besonders Schurkenklassen in bisherigen MMOs durchaus auch davon abhängig, von welcher Richtung sie angreifen, z.B. von hinten oder der Seite, ist in GW 2 für alle Klassen Stellungsspiel und Reaktion wichtig.

Zunächst einmal das ducken. Man kann, indem man die WASD-Steuerungstasten jeweils 2x hintereinander drückt, in eine Richtung ausweichen, z.B. läßt D+D einen nach rechts rollen, S+S nach hinten. Das ist sicher gewöhnungsbedürftig, scheint aber ganz gut zu klappen. Damit sollen sich sogar Schaden und Treffer vermeiden lassen, z.B. indem ein Pfeil nicht automatisch trifft, sondern man ausweicht.

Dann gibt es noch die ganzen Effekte, die auf den Boden wirken. Alle Klassen haben Fähigkeiten, die sie auf den Boden wirken lassen können. Diesen Fähigkeiten muß man entsprechend ausweichen.

Das alles sieht nach einem sehr dynamischen Kampfsystem aus. Der Charakter muß quasi ständig in Bewegung sein. Es gibt Klassen, die weniger auf dieses Prinzip angewiesen sein werden, wie der Elementarmagier und andere, die voll auf dieses System setzen, wie der Dieb. Aber an der Grundlage ändert sich nichts.

Wer Guild Wars 2 spielen will, muß beweglich sein. Am Gegner stehen und Tasten drücken, das wird es nicht geben. Besonders im PvP, wo die Gegner natürlich auch noch einmal beweglicher sein werden als im PvE.

Ist das Spiel deswegen weniger für die „normalen“ Rollenspieler geeignet, die eher gewohnt sind, im Kampf Bewegungsmuffel zu sein?
Ich denke, dem ist nicht so. Bewegung macht Spaß. Der Spaß kommt schon rüber, wenn man sich die Videos vom Spiel in „Guild Wars 2“ ansieht. Natürlich wird es eine Gewöhnungsphase geben und nicht alle werden so gut damit umgehen können, um im PvP gegen erstklassige Gegner zu gewinnen. Aber insgesamt wird ein mehr aktiver Spielstil den meisten Freunde bereiten.

Man sollte auch nicht den Grund aus den Augen verlieren, den ArenaNet immer wieder für die Einführung dieses Spielstils anführt. Man soll eben eher auf die Welt achten, in der man spielt, als auf Balken schauen. Der Blick auf den eigenen und den Lebensbalken des Gegnerns wird sich nicht vermeiden lassen. Genauso wenig wie die Beobachtung des eigenen Energiebalkens. Aber man wird nicht mehr da stehen und nur darauf schauen. Wichtig ist nun vor allem, zu sehen, was Gegner und Gruppenmitglieder machen. Entweder, um Attacken auszuweichen oder aber, um in Buffzonen zu laufen, die z.B. der Wächter auf den Boden wirkt oder um Kombos mit Fähigkeiten der anderen zu wirken. Man erinnere sich: Der Elementarmagier wirkt eine Feuerwand. Wenn man durch diese schießt, haben die eingenen Attacken z.B. zusätzlichen Feuerschaden.

Meine Liebste, die jahrelang als Heilerin die WoW-Instanzen bestritt, hat von den Kämpfen kaum etwas mitbekommen, weil ihr Blick immer auf die Lebensbalken der Gruppe gerichtet war. Ich stand oft als Tank am Mob und drückte hintereinander meine Fähigkeitstasten, auch ohne viel vom Rest mitzubekommen, vor allem, wenn der Boss so groß war, daß er den Bildschirm ausfüllte.
Sowas mag herausfordernd sein, aber es macht nicht so viel Spaß, wie aktiv am Geschehen teilzunehmen.

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7 Antworten zu Bewegung ist Trumpf

  1. Nomadenseele schreibt:

    In WoW liest man manchmal von den Bewegungsmuffeln, die bestimmte Instanztaktiken nicht schaffen. Ich gehöre z.T. dazu, denn die Aktion bei Heigan in Naxxramas habe ich, bei den 3-4 Mal, wo ich da war, nie überlebt.
    ….
    Ganz einfach, MMORPGs sind meist statische Spiele in denen man Knöpfe drückt und auf Balken schaut. Ggf. muß man noch auf Abstände zu Gegnern achten, damit sie in Reichweite bzw. man selber außer derselben bleibt.

    – Heigan habe ich irgendwann einmal geschafft, wie und warum mir die Erleuchtung kam, weiß ich bis heute nicht. Jetzt, zu der Zeit, in der ich wieder weniger spiele, ergo nicht im Training bin, fällt es mir auch eher wieder schwer, meine Rotationen zu finden, mich gegebenfalls zu bewegen und wieder in die Rotation reinzufinden. Schön zu lesen, dass auch andere damit ein Problem haben.

  2. slimboo schreibt:

    Der eine braucht 1-2 Versuche bis es klappt, der andere 10-20, das ist nun mal so. Hinzu kommt bei Heigan, dass der Lag ziemlich viel ausgemacht hat. In Nax gabs ja auch diese Blubber auf dem Weg, denen man ausweichen musste. Ich hatte damals sehr schwankendes Internet und obwohl bei mir auf dem Bildschirm die blubber immer noch weit weg waren, bin ich umgekippt… naja

    Zu den Bewegungen, ich finde es kann gut aber auch riskant sein auf so etzwas wie GW2 zu setzen. Es wird sich zeigen, wieviele Spieler das annehmen. Schliesslic wird es immer den „movement krüppel“ geben der aber trotzdem spass an einem Spiel haben will/kriegt.

    Dann noch ne Anmerkung zu dem wie man einen Boss mtikriegt. Ich habe frühe auch getank und mich spaeter mal als range dd an den gleichen bossen versucht. Es ist wirklich phänomenal, was für eine andere Sicht man auf die Instanz/den Bosskampf bekommt.

  3. nomadenseele schreibt:

    Zu den Bewegungen, ich finde es kann gut aber auch riskant sein auf so etzwas wie GW2 zu setzen. Es wird sich zeigen, wieviele Spieler das annehmen. Schliesslic wird es immer den „movement krüppel“ geben der aber trotzdem spass an einem Spiel haben will/kriegt.


    Für mich ist es ganz klar ein Grund, von dem Spiel Abstand zu nehmen, da ich damit ohnehin nicht glücklich werde.

  4. jarlskor schreibt:

    Ich habe auch so meine Befürchtungen, ob meine Liebste damit zurecht kommt. Aber endgültig kann man erst etwas darüber sagen, wenn man es mal probiert hat.

    Es soll ja auch Klassen geben, die „einfacher“ zu spielen sind. In dem einen Beitrag von der Pax East wurde als Beispiel der Krieger genannt. Da das sowieso meine Klasse sein wird… *grins*

  5. nomadenseele schreibt:

    Ich denke es gibt Leute, die sind mit bewegungsintensiven Spielen groß geworden und die werden auch relativ wenig Verständnis dafür haben, wenn andere damit Schwierigkeiten haben.

    Da ist GW2 (und auch WoW) der Streit im wahrsten Sinne des Wortes vorprogrammiert.

  6. jarlskor schreibt:

    Es ist ein guter Teil Übung. Ich, als alter Sack, wundere mich, wie gut ich noch in Shootern bin.

    Aber es gibt noch die

    – die gar nicht damit zurecht kommen

    und die

    – die keine Lust darauf haben.

    Den ersteren kann man nicht helfen. Die müssen eben leider von solchen Spielen die Finger lassen. Bei den letzteren kommt es darauf an, wie genau es umgesetzt ist und ob es wirklich für alle Klassen in GW 2 gleichermaßen gilt.

    Der Jäger in Aion z.B. ist eine sehr bewegungsintensive Klasse, als Fernkämpfer ohne Pet zum Tanken. Meine Liebste würde den nie spielen wollen. Aber es gibt andere Klassen, die müssen sich nicht bewegen.
    Und in WAR hat ihr z.B. die Bewegung, sich als Tank – dank Kollisionsabfrage – wirklich dazwischen werfen zu können, eine Menge Spaß gemacht.

  7. nomadenseele schreibt:

    Die müssen eben leider von solchen Spielen die Finger lassen.

    – Oder zumindest von dem Teil des Spieles. Ich hatte in Inis dieses Mal kaum Probleme, Raids würde ich mir aber nicht zutrauen. Mache ich dann eben nicht.

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