Berufe für Guild Wars 2 vorgestellt

Als Vorbereitung auf die PaxEast hat ArenaNet in seinem Blog nun die Berufe für „Guild Wars 2“ vorgestellt. Bei Wartower kann man die Übersetzung lesen.

Es wird acht verschiedene Berufe geben, drei für Waffenherstellung, drei für Rüstungsherstellung, einen für Schmuck und einen für Buffessen. Ich benutze hier die englischen Bezeichnungen, weil es noch keine offizielle deutsche Übersetzung gibt:

  • Weaponsmith (stellt Nahkampfwaffen her)
  • Huntsman (stellt Fernkampfwaffen her)
  • Artificer (stellt magische Waffen her)
  • Armorsmith (stellt Plattenrüstungen her)
  • Leatherworker (stellt Lederrüstungen her)
  • Tailor (stellt Stoffrüstungen her)
  • Juwelcrafter (stellt Ringe und sonstigen Schmuck her)
  • Cook (stellt Essen her, das Charakterwerte anhebt)

Jeder Spielecharakter kann – schon fast genretypisch – nur zwei Berufe erlernen. Neu ist hier, daß man jederzeit zwischen den Berufen wechseln kann, ohne seinen Fortschritt (der jeweils bis Stufe 400 geht) im Beruf  zu verlieren. Es kostet nur, je weiter man ist, mehr Geld.

AreaaNet übernimmt ein Prinzip bei den Berufen, das mich zum Teil an „Warhammer Online“ erinnert. Bei „WAR“ war es ja so, daß man aus Zutaten etwas herstellte, ohne genau zu wissen, was herauskommt. Nur war man in „WAR“ mit Zutaten derart überladen, die nur minimale Auswirkungen bei dem hatten, was dann später herauskam, daß bald ein sehr großes Platzproblem auftrat, das einem die Berufe verleidet hat. Außerdem gab es keine „Rezepte“, sondern man mußte sich merken, was was ergab.

Crafting mit Spaßfaktor

„Guild Wars 2“ macht das intelligenter. Man stellt aus bis zu 4 Materialtypen ein „Rezept“ zusammen und schaut, was dabei rauskommt. Durch die Kombination erlernt man dann das „Rezept“ dessen, was rausgekommen ist und kann es wieder herstellen.
Am Anfang wird man also mit allen möglichen Materialien herum experimentieren, um die Ergebnisse zu „lernen“. Das macht – zumindest anfangs – sicher Spaß. Dafür sorgt alleine schon der Entdeckerdrang.

Die Spieler werden alles mögliche kombinieren, aus Neugier, was herauskommt und werden gar nicht merken, daß sie damit nicht so effektiv sind. So levelt man aber den Beruf, ohne 10x das gleiche Schwert herstellen zu müssen. Dazu kommt, daß man aus den Rohstoffen erst Materialien herstellen muß und daraus dann den Gegenstand. Das heißt, um einen Gegenstand herzustellen, sind eine Menge Handwerksschritte erforderlich.

Ich vermute nicht, daß sie ein Zufallsprinzip einbauen. Es wird eine feste Datenbank mit Rezepten geben, auf die durch die Kombination bei der Herstellung zurückgegriffen wird. Wer die gleichen Materialien benutzt, wird auch das gleiche heraus bekommen. Auch wenn es deswegen dann sicherlich bald Datenbanken geben wird, in denen man alles nachschauen kann, muß man da ja nicht reinschauen und kann selber experimentieren.

Frage der Interaktion der Berufe noch unbeantwortet

Eine interessante Frage wird sein, ob und wie früh verschiedene Berufe zusammen arbeiten müssen. Brauche ich z.B. als Schmied für mein Schwert Leder für den Griff und muß mich an den Lederer weden? Oder kann ich in einem Berufszweig alles selber machen?

Eine erforderliche frühe Interaktion könnte dem einen oder anderen zwar lästig erscheinen, würde aber die Spielwirtschaft und die Interaktion zwischen den Spielern fördern.

Die größte Frage – werden sich Berufe lohnen?

Ich bin schon fast ein Berufsfetischist. Meine Liebste sagte gestern zu mir, bei den Deutschen wäre es üblich, Berufe zu machen. Die würden sich sonst nicht gut fühlen. Mag sein.

Das große Problem, das immer wieder bei Berufen in MMOs auftritt, ist die Frage, ob sich die Berufe lohnen. Meist steckt man viel Geld in die Berufe, ohne aber später gewinnträchtig zu arbeiten. Eine Ausnahme sind Berufe, die Verbrauchsgüter herstellen. Das wäre hier der Cook. Es könnte aber auch für die anderen Berufe gelten, da alle Verbesserungen für Gegenstände herstellen können.

ArenaNet will dem Problem  auf zwei Wegen begegnen. Zunächst sollen Gegenstände, die man über die Berufe herstellen kann, genauso gut sein, wie Gegenstände, die man im Spiel über PvP und PvE erhält. Das ist lobenswert. Meist sind Berufe ja nur Lückenfüller. Entweder wie in WoW, wo sie eine „Grundausrüstung“ für die Instanzen liefern sollen oder in Aion, wo die wirklich guten Sachen so schwierig herzustellen und damit so teuer sind, daß es sich eher lohnt, sich Ausrüstung anderswo zu besorgen.
„Warum soll ich dann noch Instanzen gehen?“, würde jetzt der durchschnittliche WoW-Spieler fragen. Wird der GW2-Spieler antworten, „Weil es Spaß macht“? Davon hängt es ab, ob das Konzept von ArenaNet in dieser Hinsicht aufgeht.

In den meisten MMOs sind die Rohstoffe teurer als das Endprodukt. Das liegt daran, daß es meist Sammelberufe gibt (WoW, WAR oder Rift) oder man das Sammeln langwierig leveln muß (Aion). Auch hier will ArenaNet einen eigenen Weg gehen. Jeder soll alles sammeln können. Es gibt keine Sammelberufe und Sammeln muß man nicht leveln.

Das ist ein guter Ansatz. Die Frage ist eben, ob dann auch wirklich alle Spieler das nutzen und anfangen, zu sammeln. Hier sehe ich ein Problem. Hohe Preise für Rohstoffe sind ein Anreiz, diese zu sammeln. Wenn Rohstoffe billig sind, weil es sie in Massen gibt, lohnt es sich eher nicht, die Zeit fürs Sammeln zu vergeuden.
Mal ehrlich, wer bückt sich für ein Erz, wenn es (jetzt mal von der WoW-Währung, 100 Kupfer = 1 Silber, 100 Silber = 1 Gold, gesehen) ein Kupfer einbringt, statt ein Gold?

Die Idee von ArenaNet klingt gut, ich habe aber Zweifel, ob es klappen wird. Wahrscheinlich werden die, die Berufe ausüben, die Rohstoffe sammeln, die sie selber brauchen. Die anderen werden gar nicht sammeln, wenn kein fianzieller Anreiz da ist.

Lohnen werden sich die Berufe also sicher teilweise, wenn man gute Sachen herstellen kann. Ob sie sich finanziell lohnen, wird man sehen. Da man nur zwei Berufe pro Charakter machen kann, sind Berufstwinks vorprogrammiert, wenn man nicht die Kosten für das Wechseln der Berufe ausgeben möchte. Bei 8 Berufen wären das 4 Twinks, um alle ausüben zu können. Jeder „Berufler“ kann so zum Selbstversorger werden, es sei denn, bei den Berufen werden Levelgrenzen eingebaut. Keine gute Ausgangslage dafür, seine Erzeugnisse verkaufen zu können. Als Kunden bleiben am Ende nur die, die sich gar nicht mit Berufen abgeben.

Meine Ersteindruck ist sehr positiv, allerdings glaube ich nicht, daß ArenaNet das Problem, das alle MMOs mit Berufen haben, vollständig lösen kann.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Guild Wars 2 abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s