Der Spaß am Spiel

Warum spielen wir? Manchmal habe ich das Gefühl, es gerät in Vergessenheit. Nun können die Gründe, weswegen man spielt, unterschiedlich sein.
Ich jedenfalls spiele, um Spaß zu haben. Aber darauf muß ich mich auch hin und wieder besinnen. Da stellt sich die nächste Frage: Was ist Spaß? Für den einen kann Spaß sein, hunderte Mobs zu grinden, für den anderen, eine knackige Instanz zu machen und für den nächsten, Blümchen zu pflücken. Oder es ist von allem etwas.

Eine meiner spaßigsten Zeiten war der Beginn in „WoW – Wrath of the Lich King“ mit meinem Todesritter. Ich hatte einen unheiligen Todesritter, der wirklich sehr schöne und vor allem interessante Fähigkeiten hatte. Etwa die Möglichkeit, nach dem eigenen Tod für eine bestimmte Zeit als Ghul wieder aufzuerstehen und weiter zu kämpfen… um sich am Schluß mit einer glibrigen Leichenexplosion endgültig zu verabschieden. Oder Verbündete im Kampf als Ghuls zu erwecken. Oder Körperexplosion auf einen Leichnam in der Nähe zu wirken.

Dann kamen die Änderungen, die mir den Spaß am Todesritter Schritt für Schritt verdorben haben. Ich rede gar nicht davon, daß die Klasse zu stark war und deswegen Änderungen vorgenommen wurden. Aber wie die Änderungen ausfielen, das störte mich. Der Klasse wurden ihre Besonderheiten genommen, z.B. die Möglichkeit, als Ghul wieder aufzuerstehen und noch ein bißchen weiter zu kämpfen. In Tausendwinter hatte mich einmal ein Trollschurkin beim Erzsammeln erledigt. Das war, als man dort noch nicht fliegen konnte. Ich kam als Ghul wieder und zahlte es ihr zurück. Sie war so überrascht, daß ich glaubte, sogar diesen Ausdruck in ihrem Gesicht zu sehen.
Der Spaß war nicht, daß ich gewonnen hatte, denn mein toter Ritter lag tot da. Es war, sich so richtig als unheilige Leichenschleuder zu fühlen. Zu diesem „Gefühl“ von der Klasse paßte auch hervorragend die Hintergrundgeschichte, die man mit seinem Todesritter durchspielen konnte.

Eines der Dinge, die mir an einem MMORPG besonders Spaß machen, ist das Klassengefühl. Wenn es bei jeder Klasse besonders ist, finde ich das gut. Vor allem auch als Rollenspieler freut es mich, wenn man nicht nur eine Klasse spielt, sondern sich so fühlt, als wäre man diese Klasse.

WoW hat mir einmal dieses Gefühl vermittelt. Als Krieger war ich ein Wall aus Stahl und Muskeln, als Paladin fühlte ich mich heilig, als Druide war ich eins mit der Natur, als Schamane beherrschte ich die Elemente und als Todesritter eben sowas von unheilig. Jede Klasse fühlte sich anders, einzigartig, an.
In Aion kann ich es gar nicht sagen, denn da spiele ich hauptsächlich nur eine Klasse. Aber so unterschiedlich ist das Klassengefühl nach meinem Eindruck nicht. Warhammer Online hatte ich mit dem Hexenjäger eine Klasse, die mit seiner Pistole und der Animation einfach nur Spaß gemacht hat. Aber da drückte der Gesamteindruck des Spiels den Spaß. Rift habe ich ein bißchen angespielt, aber durch die vielen Kombinationen fehlte mir da etwas das ganz spezielle Klassengefühl.

Ich vermisse das Klassengefühl und hoffe, daß ich irgendwann mal wieder ein Spiel finde, in dem sich die Klassen durch einzigartige Fähigkeiten voneinander unterscheiden.

Wie kam ich jetzt auf den Beitrag? Ich habe gerade gelesen, daß mit Patch 4.1 in WoW das „Verbündete erwecken“ des Todesritters der Wiederbelebung im Kampf des Druiden angeglichen werden soll. Ich könnte heulen…

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