Der Funke springt nicht über

Am letzten Wochenende war wieder Rift-Beta, diesmal Nr. 6. Ich habe gerade mal etwas über eine Stunde gespielt. Rift ist ein solides Spiel, worüber ich ja schon berichtet hatte. Aber irgendwie will der Spielspaßfunke bei mir nicht überspringen. Das hat mehrere Gründe.

Ich bin – meistens (wenn ich nicht nur mal entspannen will) – ein sozialer Mensch, d.h. ich möchte in einem MMORPG mit andere interagieren. Rift bietet öffentliche Quests, hat damit aber auch die große Schwäche dieser Quests aus Warhammer Online übernommen. Ich war letztes Wochenende fast meine gesamte Spielzeit lang in einer Raidgruppe, die die Risse (Rifts) geschlossen hat. Es war eine stumme Gruppe, die einfach miteinander rumgelaufen ist.

Öffentlichen Gruppen kann man beitreten, indem man einfach in der Nähe eines Risses das oben im Bildschirm auftauchende Beitrittsknöpfchen drückt. Gespräche sind nicht nötig. Das macht die Gruppenbildung an Rissen einfacher, schadet aber erheblich der sozialen Interaktion. Man muß keine Mitspieler mehr suchen, indem man sie anspricht. Man bildet einfach automatisch Gruppen.

WAR ist nicht zuletzt daran gescheitert, daß der soziale Kit, der MMOs zusammen hält, nicht gegriffen hat. Auch in Rift zeichnet sich diese Entwicklung, zumindest bei den Rissgruppen, wieder ab. Allerdings geht Rift mit dieser Designentscheidung den Weg, den auch WoW mit seinem Dungeonfinder eingeschlagen hat: Man redet nicht mehr mit Mitspielern, sondern bekommt sie automatisch zugewiesen. Mitspieler sind quasi-NPCs, die man dann auch so behandelt.
Allerdings mildert Rift das Problem ab, indem relativ früh interessante Instanzen zur Verfügung stehen.

Aion geht einen anderen Weg. Mit ein Grund, weswegen ich das Spiel derzeit schätze. Dort muß man Gruppen auf die gute alte Art „per Hand“ suchen. Ich fand es immer wieder schön, wie wir in WoW Gruppengesuche in Rollenspielmanier in den Kanal geschrieben haben. Es kamen auch meist die richtigen Mitspieler, die zu uns paßten. Daß man diese dann auf seine Freundesliste nimmt und dauerhafte Bindungen in einem Spiel entstehen, ist viel wahrscheinlicher.

Was mich noch an Rift stört, sind die grottenschlechten Charakteranimationen. Ich kann meinen Char nicht lange beim Laufen zuschauen. Die Beine und Arme wirken wie angeklebt und wenn er läuft, sieht es aus wie ein Hampelmann, bei dem der Faden gezogen wird. Dazu kommen noch die schlechten Möglichkeiten bei der Charaktererstellung. Mit fehlt einfach die Individualisierung und Identifikation mit meinem Char. Bei beidem bin ich einfach von Aion inzwischen zu verwöhnt.

Man mag mir vorwerfen, daß ich kleinlich bin, wenn ich ein Spiel wegen so etwas ablehne, aber wenn der Funke nicht überspringt und ich jetzt schon in der Beta lieber etwas anderes spiele, lohnt es sich für mich nicht, Rift zu kaufen. Da kann es in anderen Bereichen noch so gut sein.

Trotzdem ist es etwas, was sich jeder zumindest einmal ansehen sollte.

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