Free to play?

Viele Spiele, besonders MMOs, werben damit, daß sie frei (d.h. kostenlos) zu spielen wären. Das sind die sogenannten free-to-play oder f2p-Titel.

Nur was heißt kostenlos wirklich?

Als erwachsener Mensch, der mit seinen Finanzen verantwortungsvoll umgeht, vergißt man nur zu leicht, daß Spiele auch für Kinder und Jugendliche sind, die diese Verantwortung beim Umgang noch nicht haben. Ich habe dazu einen Artikel gefunden, der mir doch zu denken gab.

Ich befürworte Titel ohne monatliche Gebühren, alleine schon, weil ich nicht einsehe, für etwas genauso viel zu bezahlen wie andere, die es mehr nutzen und – das ist das wirklich wichtige – ich keine entsprechenden Inhalte für mein Geld geboten bekomme. Alle Spiele, die ich bisher erlebt haben, sind auf die Vielspieler zugeschnitten. Theoretisch kann man zwar alles erreichen, aber wem durch Zeitaufwand und Zeiten, während denen er spielen kann, Grenzen gesetzt sind, der kommt eben nicht mit.
Dagegen habe ich nichts, nur gehört für mich dann dazu, daß man auch anderen Spielern etwas bietet. Leider habe ich bisher noch kein Spiel erlebt, daß dies tut. Gelegenheitsspieler werden eher durch stupide Tagesquests beschäftigt, statt sie zu unterhalten. Aber ich wiederhole mich…

Titel, bei denen ich nur das bezahle, was ich dann auch nutze, erscheinen mir daher besser. So etwas bieten allerdings im Moment die wenigstens Titel, die mit f2p (eigentlich fälschlicherweise) beworben werden. Ein echter f2p-Titel ist nur der, in dem man sich mit echten Geld Vorteile erkaufen kann, aber nicht muß. „Nicht muß“ heißt bei mir, daß man mit annehmbarem Zeitaufwand auch das erreichen kann, wofür ein anderer zahlt.
Daß es durch den Geldeinsatz Unterschiede gibt, stört mich nicht wirklich, denn ob man durch Geldeinsatz Unterschiede schafft oder durch Zeiteinsatz ist doch egal, oder?

Allerdings sind die meisten Titel in dem Genre darauf angelegt, den „Kunden“ möglichst viel Geld aus der Tasche zu locken. Das finde ich den falschen Ansatz. Nur scheint das eben gut zu klappen.

Da wird scheinbar das Klientel, daß Goldverkäufer, Leveldienste usw. in MMOs mit Monatsabos haben, voll angesprochen. Nur f2p sind diese Titel eben nicht. Deswegen sollte man auch nicht damit werben bzw. wenn schon damit geworben wird, sollten alle, die Ahnung davon haben, nicht mehr von f2p sprechen.

Das sollte alleine die Verantwortung für die minderjährigen Spieler gebieten.

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3 Antworten zu Free to play?

  1. Sinclair schreibt:

    Vielen Dank für deinen Hinweis und deinen Beitrag zum Thema F2P. Meines Erachtens müsste sich auch der Verbraucherschutz in Deutschland mit diesem Thema befassen, denn neben der massiven Gefahr für Kinder und Eltern bei Microtransaktionen (wer Kinder hat die Onlinepsielen der weiß um potentielle Kosten und die Schwierigkeit Kosten zu kontrollieren), ist für mich ein massiver Kritikpunkt auch die (eventuell bewusste?) irreführende Werbung von F2P Titeln. Bei den meisten F2P Titel sind nämlich Gleichberechtigung bzw. gleiche Ingamechancen ausgeschlossen. Nur wird darauf in der Regel nicht hingewiesen!
    Ohne gute Ausrüstung wirst du bei vielen MMO Titeln von den gamern in keine Instanz mitgenommen (außer eventuell random groups).

  2. vierzwo schreibt:

    Hm, aus meiner Sicht liegen zwischen dem Verständnis des Begriffs „free2play“ aus Kosumenten- und aus Anbietersicht Welten. Einigkeit dürfte ja wohl darin bestehen, dass f2p zunächst einmal ein reines Marketinginstrument ist. Übereinstimmung besteht doch wohl auch darin, dass ein Unternehmen, dass Geld investiert, dies nur aus dem Grund macht, um damit eine bestimmte Rendite zu erzielen.

    Mir scheint, dass aus dem ursprünglichen Marketinginstrument f2p mittlerweile ein Anspruch hergeleitet wird, dass – wie in der Internetgesellschaft ja auch an anderer Stelle zu sehen ist – content ja wohl auf jeden Fall „kostenlos“ anzubieten ist. Wobei kostenlos hier bewußt in Parantese gesetzt ist, denn kaum ein content im Internet ist wirklich kostenlos. Durch Werbung finanzierter content wird letztlich über die Produkte der Werbenden eben auch vom Konsumenten bezahlt – aber das ist ein Sonderthema.

    Anerkennt man also die These, dass auch „f2P“-Anbieter mit ihren Produkten letztlich eine kapitalmarktbasierte Verzinsung ihrer Investitionen erzielen wollen, ist es aus meiner Sicht blauäugig anzunehmen, es gäbe eine Shop-Lösung, die nicht darauf ausgerichtet ist, den Kunden mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten maximal viel Geld zu entlocken. Da mag es Abstufungen geben, wie brutal ich den Kunden damit konfrontiere, dass ohne Moos nix los ist, im Kern wird es aber eben immer darum gehen, den Kunden zu binden und zu Investition in sein alter ego zu bewegen.

    Zahlungsfähige Kunden werden dabei vielleicht eher dem Abo-Modell den Vorzug geben, da einfach handhabbar und im Gesamtbudget kaum spürbar. Kinder und Jugendliche tun sich da schon schwerer, da das Taschengeldbudget doch eher schmal ist und Handy und Co. ja auch bezahlt werden müssen. Umso verführerischer ist bei dieser Kundengruppe das „f2p“-Modell. Hängen diese Kunden über eine Spielzeit von ein paar Monaten erst einmal am Fliegenfänger, ist der Wunsch, bessere Items, coolere Ingamegimmicks oder was sonst noch zu „besitzen“ erst einmal geweckt, können diese Kunden ganz schnell – da teilweise die Identifikation mit dem Avatar recht hoch in jugendlichem Alter ist – in den Strudel geraten, sich gezwungen zu fühlen, den shop mehr und mehr zu nutzen. Für mich jedenfalls kein wirklich sympathisches Modell.

    F2p ist für mich nicht innovativ, sondern lediglich der – nachvollziehbare -Versuch, in einem engen Markt den Fuß in die Tür zu bekommen, in der Erwartung, die Türe bald hinter sich zu machen zu können und möglichst viel vom gedeckten Kundentisch abzubekommen.

    Grüße

  3. jarlskor schreibt:

    Was mich stört und worauf Sinclair in seinem Blog zu recht hinweist, daß die Spielemagazine, ob gedruckt oder online, nicht darauf hinweisen, was f2p eigentlich heißt und was sich dahinter verbirgt.

    Allerdings gibt es durchaus f2p Titel, die den Namen auch verdient haben, d.h. wo man auch gut mitspielen kann, ohne was kaufen zu müssen. Aber das sind die wenigsten.

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