Eignungstest für Spieler?

Leider macht Blizzard keine Ausnahme, wenn es um den Kontakt mit den Kunden geht. Wie so viele andere Spielehersteller bekommt man Antworten, wenn überhaupt, nur im englischsprachigen Forum. Das ist mal eine andere Sprache, je nachdem, wo die Spielehersteller sitzen, aber am Grundsatz ändert sich nichts. Foren in anderen Sprachen als die der Entwickler werden ein wenig betreut, aber es kommen kaum Diskussionen zustande.

Was wäre denn das Problem, wenn sich eine Firma, die große Umsätze mit ihrem Spiel macht oder machen will, für jedes Forum einer Sprache einen kompetenten, zweisprachigen Mitarbeiter sucht, der sowohl mit den Kunden als auch den Designern Kontakt hat?
Klar ist das nicht so gut, als wenn die Entwickler direkt mitlesen können, aber den Kontakt würde es doch um einiges verbessern. Aber solange das nicht so ist, muß man eben, wenn man konkrete Antworten will, in die anderssprachigen, meist englischen, Foren schauen. So jetzt auch wieder bei WoW.

In meinem Beitrag Wie nicht anders zu erwarten habe ich auf die Probleme, die das WoW-Addon „Cataclysm“ dem Dungeonfinder gebracht hat, hingewiesen. Diese Probleme scheinen bei den Spielern drängend zu sein, wenn man sich die offiziellen Foren anschaut. Was auch kein Wunder ist, den Blizzard hat sein Spiel in der letzten Zeit auf dieses Feature der Gruppenfindung aufgebaut. Die andere Möglichkeit, Serverzusammenlegungen, wird ja von Blizzard noch strikt abgelehnt. Nur funktioniert der Dungeonfinder für die heroischen Instanzen in „Cataclysm“ nicht mehr, weil man nun Mitstreiter braucht, die eine gewisse Ahnung haben.

Bisher scannt der Dungeonfinder ja nur die Ausrüstung der Spieler und scheinbar auch die, die sie nur im Inventar haben, und erlaubt dank des Durchschnitts des Ausrüstungsleveln dann den Beitritt zu heroischen Dungeons oder aber nicht.

Zarhym, Community Manager von Blizzard in den USA, äußert sich hierzu im Forum:

We would love to implement better ways for Dungeon Finder to detect if players know what they’re doing in dungeons beyond just the gear they’ve accumulated. We have some long-term design goals in mind for this we’re not quite prepared to share this early on though. 😉

Man hat also langfristige Ziele, an dieser Einstufung nach Inventar etwas zu ändern. Aber was langfristig heißt, wissen wir bei Blizzard ja. Erstmal dient das nur zur Beruhigung der Spieler.

Auf den Vorwurf, das nur zu sagen, um die Spieler zu beruhigen, wird natürlich versichert, daß dem nicht so ist:

I don’t mean to placate by responding. It’s something we really want to do. 🙂

Richtig interessant wird es danach:

One flaw with the current system, is if players fail in a pick-up group, they aren’t told why they failed. People then tend to play the blame game, often directing malice at the healer(s).

Daß Schuld auf Heiler (oder Tanks) geschoben wird, ist ja nicht neu und das hat Blizzard noch nie gestört. Aber daß die Spieler dem Spiel die Schuld geben, das ist der Knackpunkt, der Blizzard hierbei erheblich stören dürfte.

Natürlich ist es richtig, dem Spiel die Schuld zu geben. Das Problem tritt nämlich durch Designfehler von Blizzard auf:

  • Unterbindung normaler Gruppenfindung wegen Verweigerung von Serverzusammenlegungen
  • statt dessen Einführung des Dungeonfinders
  • Vereinfachung des Spiels in „Wrath of the Lich King“ zum hirnlosen Instanzfarmen
  • Erhöhung des Schwierigkeitsgrades in „Cataclysm“

Das Blizzard weiß, was da schief läuft, wird dann auch deutlich:

So while I’m speaking more about class roles, I think the idea still lends itself to your question. It’d be helpful to get more information than just through trial and error. Groups could benefit if they knew they didn’t wipe because the healer didn’t manage mana well enough, but because the DPS wasn’t high enough, or boss adds weren’t properly rounded up, etc.

Oft wissen die Spieler nicht, was schief gegangen ist. Schlimmer ist, daß Blizzard die Spieler dazu erzogen hat, Mitspieler nicht mehr als Menschen zu behandeln, mit denen man gewisse soziale Umgangsformen wahrt, sondern als Mittel zum Zweck, um das Ziel, den „Itemdrop“ zu erreichen. Die Folge ist, daß Spieler, die nicht richtig „funktionieren“ bzw. von denen man das denkt, einfach aus der Gruppe geworfen werden.

Was früher also ganz normal war, daß man sich in einer Gruppe darüber auseinander gesetzt hat, warum etwas nicht klappte, nach Lösungen suchte, ggf. schwächere Mitspieler an der Hand nahm, ihnen etwas erklärte usw., das gibt es im neuen Dungeonfindersystem nicht mehr. Spieler einfach aus der Gruppe „kicken“ ist ja in dieser anonymen Welt einfacher, als sich Arbeit mit ihnen zu machen. Und sich Arbeit zu machen, lohnt auch nicht, denn die Spieler von anderen Servern sieht man nie wieder.
Also muß ein technischer Behelf her, der das ersetzt, was die Spieler früher selber konnten. Nur, ob das möglich ist und wann Blizazrd damit aufwarten kann, das ist die Frage. Ich rechne da nicht mit einem kurzen Zeitraum, eher mit einem, der nach Jahren bemessen ist.

Wahrscheinlich hat sich das Problem bis dahin selber erledigt. Entweder die Spieler suchen sich auf ihrem Server eine Gilde, feste Gruppen oder Freunde, um Instanzen zu bestreiten. Der Dungeonfinder wird als Lösung jedenfalls immer unattraktiver werden und man kann nur die bedauern, die weiter auf ihn angewiesen sind.

Aber vielleicht kommt er ja doch noch: Der Eignungstest für Spieler.

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5 Antworten zu Eignungstest für Spieler?

  1. Pingback: Zitat des Tages 29 « WoW – Journal von Nomadenseele

  2. slimboo schreibt:

    das wirklich schlimm ist: ja miot frisch 85 level gear sind die heroics schwer, aber mit vernüftiger absprache und cc sind sie machbar – und meiner meinung nach immer noch einfacher als bc heros mit frischem 70er gear

    unsere 5er daily hero gruppen rushen mittlerweile auch schon fast wieder durch, klar wird hier und da was gesheept und man muss bisl mehr aufpassen als bei wotlk, aber man merkt den leuten ihre ersten epics doch an…

    bitter, dass für sooo viele wow spieler die wotlk erziehung nur noch brain off inis zulässt…

    bitter auch, dass die ersten heroics schon generft wurden

    aber naja sonstwürde man sich auch zu viele kunden vergraulen

  3. Zauma schreibt:

    Es gibt dazu einen interessanten Beitrag im WoW Forum: Einsam in WoW

  4. xixuu schreibt:

    „Entweder die Spieler suchen sich auf ihrem Server eine Gilde, feste Gruppen oder Freunde, um Instanzen zu bestreiten. Der Dungeonfinder wird als Lösung jedenfalls immer unattraktiver werden und man kann nur die bedauern, die weiter auf ihn angewiesen sind.“

    Exakt! Genau deshalb mag ich Randomgruppen so wenig. Wenn es in Zukunft dann auch noch Serverübergreifende Raids gibt, dann mal gute Nacht. Letztlich fördert das Spiel weiterhin den Egoismus des Einzelnen und ermöglicht es gerade mit der „Arschloch“-Strategie sehr gute Erfolge zu feiern.

  5. jarlskor schreibt:

    Letztlich fördert das Spiel weiterhin den Egoismus des Einzelnen und ermöglicht es gerade mit der „Arschloch“-Strategie sehr gute Erfolge zu feiern.

    Das ist aber nur die Folge von dem, was Blizzard macht. Die Absicht von Blizzard ist ja nicht das, sondern Serverzusammenlegungen zu verhindern.

    Dabei hätte Blizzard durch das Battlenet die Möglichkeit, serverübergreifende Freundes- und Ingnorelisten zu bieten.

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