Lohnt sich die Entwicklung von MMOs noch?

Diese Frage stellen sich bestimmt inzwischen einige Hersteller und Publisher.

Wenn ein Spielkonzept richtig gut einschlägt und Erfolg hat, gibt es viele Nachahmer. Das war schon immer so, z.B. mit der Echtzeitstrategiesparte, die nach den Erfolgen von „Dune 2“ und „Command & Conquer“ unzählige Clons hervorbrachte. Darunter waren Starcraft und die Warcraft-Reihe (ohne die es World of Warcraft als MMO nie gegeben hätte), aber auch viele schrottige oder weniger erfolgreiche Titel.
Trotzdem hat es sich auch für die Anbieter der weniger erfolgreichen Spiele gelohnt, denn die Programmierung war damals noch nicht so teuer, wie sie es bei heutigen Spielen ist.

MMOs sind noch einmal extra teuer, was einfach dem Spielprinzip und seinen Anforderungen geschuldet ist. Aber nach dem Erfolg von WoW brach in der Branche eine Goldgräberstimmung aus, die hauptsächlich durch die Blick auf die Geschäftsbilanzen von Blizzard gefördert wurde. Man dachte scheinbar, man könne auf den Zug aufspringen, ohne sich genau bewußt zu sein, auf was man sich da einläßt.
Nur als Gegenbeispiel Blizzard, wie sie den Markt und andere Spiele analysiert haben, bevor sie WoW heraus brauchten. Blizzard hat in vielen Bereichen, auch bei den Strategietiteln, immer gute Konzepte genommen und sie nochmal verbessert. Kein Wunder, daß viele neue, gute Ideen aus Spielen wie „Warhammer Online“ oder „Aion“ sehr bald in WoW eingearbeitet wurden und das Spiel noch besser machten, während die Titel selber floppten oder eben die Erwartungen nicht erfüllten. Aber das ist ein anderes Thema.

Viele Titel sind gekommen und gegangen bzw. fristen ein Nischendasein neben dem Platzhirsch WoW. „Warhammer Online“ dürfte dabei der größte Flop gewesen sein. Als WoW-Killer von Hersteller Mythic und Publisher EA dargestellt und dann in der Spielergunst innerhalb weniger Monate katastrophal abgestürzt, oder „Age of Conan“, dank Bugverseuchung, FSK-Ab-18-Einstufung und hohen Hardwareanforderungen abgerutscht. Auch „Herr der Ringe Online“ hielt sich scheinbar wacker, erreichte aber trotz der attraktiven Lizenz nie auch nur annährend eine Konkurrentenstellung zu WoW und scheint am Ende im Abomodell vor dem Aus gestanden zu haben.
Überhaupt hat EA bisher ein sehr schlechtes Händchen bei MMOs bewiesen. Letztes Beispiel ist „All Points Bulletin“, bei dem nach nur drei Monaten die Server ausgeschaltet wurden. Vielleicht erlebt es 2012 die Rückkehr in geänderter Form als f2p-Titel mit Shop.
Auch andere Titel, z.B. „Star Trek Online“, stehen vor der Umstellung auf f2p mit Shop. Ob sich da allerdings der Erfolg von HdRO wiederholen läßt, die ihre Umsätze mit der Umstellung erstmal verdoppelt haben, läßt sich bezweifeln.

Mit „Star Wars: The old Republic“ hat EA ein neues MMO auf der Pfanne. Auch hier mit guter Lizenz, die wie bei Herr der Ringe oder Warhammer Spieler anlocken dürfte, die nicht grundsätzlich im MMO-Universum zu Hause sind. Bei den Entwicklungskosten ist von bisher $ 150-300 Mio. die Rede. Und das Spiel ist noch nicht mal fertig.
Man rechne mit 2 Mio. Spielern, ließ sich vernehmen. Klar, die braucht man im Abomodell, damit das Spiel irgendwann Gewinn abwerfen kann. Über den Verkauf des Spiels lassen sich diese Entwicklungskosten ja schon nicht mehr decken, selbst die $ 150 Mio. nicht. Man ist also zum Erfolg verdammt. Wie sehr das nach hinten losgehen kann, hat man an „Warhammer Online“ gesehen. Wenn ich den ersten Erfahrungsbericht über SW:ToR in der neuesten Gamestar lese, wird mir eher Angst um den Titel.
WAR wurde damals von der Gamestar mit gehyped und wurde ein Flop. Was soll da erst aus einem Titel werden, an dem sie jetzt schon Kritik üben?

Nur wie man zu der Sache auch stehen mag, die MMO-Branche braucht einen Erfolg. Guild Wars 2 könnte dieser Erfolg werden, aber das kommt wahrscheinlich doch erst 2012. Wird SW:ToR in 2011 tatsächlich ein Flop und risse es gar EA in einen finanziellen Abgrund, könnte es um die MMOs einsamer werden.
Denn was mit WoW als Geschäftsidee so gut aussah, könnte sich schnell als Alptraum entpuppen, in den in Zukunft niemand mehr sein Geld stecken mag.

Schlecht für die Industrie, aber auch schlecht für uns Spieler, denn dann fehlt die Auswahl. Und damit schließt sich der Kreis. Bei der Echtzeitstrategie gibt es außer Starcraft und Blizzard kaum noch etwas, was man beim Zahlenvergleich als echte Konkurrenz bezeichnen könnte. Auch auf dem Gebiet der MMOs könnte Blizzard diese Dominanz errichten, denn das MMO der nächsten Generation haben sie schon in der Mache. Und egal, ob man Blizzard mag oder nicht, (Verkaufs-)Zahlen sprechen für sich. Bei Starcraft genauso wie bei WoW.

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