In WoW naht der Cataclysmus

Im wahrsten Sinne des Wortes naht für WoW der Cataclysmus (griechisch = eine sehr große, alles zerstörende Katastrophe).

Einerseits soll das gleichnamige dritte Addon für WoW ab 07.12.2010 auf die Spielerschaft losgelassen werden. Damit wird die alte (klassische) WoW-Welt tiefgreifenden Änderungen unterzogen, denn das Addon erweitert WoW nicht um eine neue Welt, wie es die bisherigen Addons „Burning Crusade“ und „Wrath of the Lich King“ getan haben, sondern fügt die neuen Inhalte in die alte Welt ein, die dadurch massiv ihre Gestalt ändert.
Möglich wird dies u.a. dadurch, daß der ganze alte Levelinhalt bis Stufe 60 nicht mehr komplett nötig ist, da man durch den inzwischen schnelleren Levelaufstieg durch die alten Gebiete fast nur noch durchrast.

Andererseits kündigte Blizzard Poster Lylirra in den offiziellen US-Foren an, daß in Zukunft alle Server (in WoW Realms genannt), zu einem großen Pool zusammengeschlossen werden. Das betrifft dann die Schlachtfelder und Arenen im PvP und den Dungeon-Finder im PvE. Für Europa ist so etwas auch geplant, wie Blizzard Mitarbeiter Wrocas in den offiziellen deutschen Foren inzwischen bestätigt hat.

Das wird von Blizzard natürlich mit einem verbesserten Spielerlebnis als Service verkauft, aber wer nur ein bißchen nachdenkt, kommt schnell darauf, daß mangelnde Spielerzahlen zu diesem Schritt zwingen.
Ich habe die alte Zeit in WoW noch miterlebt, in der man nur mit und gegen die Spieler seines Servers spielen konnte. Dann kamen die Realmpools für das PvP, die auch wirklich ein Fortschritt waren, weil man einfach erheblich kürzere Wartezeiten hatte. Allerdings haben sich die Wartezeiten dann wieder verlängert, besonders als Blizzard das PvP kaputt gemacht hat, indem die Schlachtfelder zum PvP 2.Klasse degradiert und für die Arena die Wertungsvoraussetzungen auf Belohungsgegenstände eingeführt wurden.

Daß man bei Blizzard das inzwischen als Fehler erkannt hat, wird klar, wenn man sich die Pläne für Cataclysmus anschaut, wo die Wertungen auf die Ausrüstugen ganz entfernt werden und die Ausrüstungsteile der letzten Saison für Arenen/gewertete Schlachtfelder auch denen zur Verfügung stehen, die normale, ungewertete Schlachtfelder bestreiten.

Aber scheinbar nimmt man bei Blizzard an, daß auch das nicht ausreicht, um den sich vermindernden Spielerzahlen im Westen entgegen zu wirken.
Während Blizzard nämlich den Durchbruch durch die 12 Mio. Abo-Grenze verkündet, ist dem aufmerksamen Beobachter längst klar, daß diese Zuwächse im asiatischen Raum erfolgen, während WoW im Westen (Europa und USA) eher Spieler verliert als dazu gewinnt.

Eine Zusammenlegung und damit Schließung von Servern kommt für Blizzard natürlich nicht in Betracht. Sicher werden die Verantwortlichen bei Blizzard auch schon verfolgt haben, wie gerade ihre Spieler auf solche Zusammenlegungen bei der Konkurrenz, wie Warhammer Online und Aion, reagiert haben. Diesen Spielen wurde danach ein schnelles Ende prophezeit.

So hat Blizzard, genial wie so oft, einen anderen Weg gefunden. Man verkauft die Notwendigkeit, mit Spielern von anderen Servern zusammen spielen zu müssen, weil nicht mehr genug Spieler auf dem eigenen Server zur Verfügung stehen, als Serviceleistung.
In gewissem Sinne ist sie das ja auch, denn sonst müßte man 5 Stunden warten, bis ein Schlachtfeld aufgeht und würde den abendlichen Instanzbesuch mangels Tank gar nicht mehr schaffen. Das aber frustriert die Spieler und würde WoW noch schneller zum Ende bringen.

Dennoch sind die Zeichen der Zeit nicht zu übersehen. WoW befindet sich auf dem absteigenden Ast, denn mehr, als alle Server einer Region in einen Pool zu packen, kann man nicht mehr tun. Cataclysmus muß richtig gut werden, um die Abwärtsspirale wenigstens zu verzögern. Danach sieht es aber nicht unbedingt aus.

Allerdings wird der Abstieg von WoW eher an den des römischen Reiches erinnern. Solche Imperien brauchen sehr, sehr lange, bis sie fallen. Ich könnte mir vorstellen, daß auch in 10 Jahren noch einige Millionen Spieler auf der Welt ihre Zeit in WoW verbringen.

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5 Antworten zu In WoW naht der Cataclysmus

  1. Sqwirrel schreibt:

    Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, dass WoW wirklich komplett ausstirbt. Geschmäcker sind eben verschieden und irgendjemandem wirds immer gefallen, egal wie es ist. 🙂
    Vielleicht wird WoW ja sogar irgendwann wieder etwas familiärer auf den einzelnen Servern, who knows.

    Ich werde es auf jeden Fall gespannt weiter beobachten und immer mal wieder die WoW-Foren aufsuchen, rein aus Gewohnheit. Interessiert einen ja doch, wie es weitergeht, auch wenn man vorerst nicht mehr dabei ist.

  2. jarlskor schreibt:

    Man sollte ja auch nie vergessen, daß solche Urgesteine wie Ultima Online immer noch weiter laufen. Also warum WoW nicht.
    Die Frage ist eben, inwieweit Blizzard dann noch neue Inhalte zur Verfügung stellt und in welcher Form.

  3. carschti schreibt:

    Bei Steam gibts grad das neue Addon für Everquest 1…irgendwer scheint diesen Genre-Opa also noch zu spielen 😀

  4. lol schreibt:

    „Dennoch sind die Zeichen der Zeit nicht zu übersehen. WoW befindet sich auf dem absteigenden Ast, denn mehr, als alle Server einer Region in einen Pool zu packen, kann man nicht mehr tun.“

    Wie oft haben wir das in den Foren gelesen, was ist bis jetzt passiert?
    Es ist nicht zu übersehn das es gegen Ende von WotLK weniger spieler geworden sind.
    Das lag aber Hauptsächlich am fehlenden Content.
    Mit Cataclysm wird sich das wieder ändern, und die Spieler Zahl wird wieder steigen.
    Ich sehe es auf meine Server das Spieler die 1-2 Jahre Pause gemacht haben, wieder kommen.
    Man kann in allem etwas negatives sehn, aber die Serverzusammelegung ist eigentlich eine gute Idee.
    Am besten wäre es, alles Server würden in eine Pool kommen.

  5. jarlskor schreibt:

    Ich habe auch nicht geschrieben, daß WoW plötzlich und überraschend verstirbt, siehe der Vergleich mit dem Römischen Reich. Dazu fehlt es schon am wirklich überzeugenden Konkurrenten.

    Aber eine absteigende Tendenz ist für die, die seit Release gespielt haben, nicht zu verkennen. Auch Blizzard beklagt, daß viele Neueinsteiger nicht über Level 10 weiterspielen.

    Es ist bei einem Spiel in diesem Alter aber normal, daß die Spielerschaft immer weniger wird, weil die Neuankömmlinge fehlen.

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