Guild Wars 2 – Eine neue Hoffnung

A new hope – eine neue Hoffnung, nannte George Lucas 1977 seinen ersten, mit Teil IV überschriebenen Star Wars Film.

Star Wars Poster von 1977

Star Wars Poster von 1977

Niemand, vielleicht nicht einmal Lucas selber, dachte damals daran, daß sich aus diesem Film ein so erfolgreiches Produkt entwickeln würde.
Das Plakat ist typisch für diese Zeit. Solche Muskeln hatte Luke Skywalker (Mark Hamill) nie und auch Prinzessin Leia Organa (Carrie Fisher) zeigte nie soviel Bein im Film, sondern war stets züchtig  in ein weißes, bodenlanges Kleid gehüllt.

Ich war damals so um die 9 Jahre alt, als ich den Film im Kino gesehen habe. Mein Großvater mußte damals mitgehen, weil ich den Film ein zweites Mal sehen wollte. Das war der erste Film, in den ich zweimal gegangen bin und ist es auch lange geblieben. Der Film hat meinen Großvater überhaupt nicht interessiert und ich weiß noch, daß er danach nur geschimpft hat, weil wir an einer Tür saßen, durch die es gezogen hat. Aber mit 9 merkt man so etwas noch nicht, und ich war sofort verliebt in Prinzessin Leia Organa, nicht in die Schauspielerin, sondern in die Figur. Aber unterschieden habe ich das damals, wenn ich recht überlege, noch gar nicht.

Was damals im Film eine neue Hoffnung für die Galaxie werden sollte und eine neue Hoffnung für die Science Fiction Filme wurde, könnte uns heute im Bereich der MMOs das Spiel Guild Wars 2 bescheren. Selber spricht die Designerfirma Arenanet von einem „kühnen Neuanfang im Gaming“. Daß man Entwicklern nicht alles glauben darf, was sie sagen, wissen erfahrene Spieler, denn sie wurden schon oft enttäuscht.
Eine gesunde Portion Skepsis ist also gut. Wenn man die Ankündigungen hinterfragt, z.B. die, daß die Heilige Dreifaltigkeit aus Tank, Heiler und Schadensausteiler in Guild Wars 2 durchbrochen werde, zeigt sich, daß das so gar nicht möglich ist, wie die Seite Wartower in einer Kolumne schreibt.

Aber es gibt viele andere gute Ansätze in diesem Spiel, daß es insgesamt gut aussehen läßt. Besonders für einen Gelegenheitsspieler wie mich, der sich gerade in Aion abplagt.

Wenn man etwas über den zweiten Teil eines Spieles wissen will, ist es nicht falsch, sich den ersten Teil anzusehen, denn die gleiche Firma wird zwangsläufig Ideen und Konzepte aus den vorherigen Teilen einer Serie in das Folgeproduks übernehmen.

Guild Wars 2 soll eine Geschichte erzählen. Schaut man sich den ersten Teil an, ist der PvE-Teil fast ausschließlich auf die Geschichte des Spielers ausgerichtet. Etwas, was mich in MMOs anspricht. Nur leider war der erste Teil keines, sondern eher ein Einzelspielerspiel mit Onlinefunktion.
Denn um eben diese Geschichte zu erzählen, findet das Spiel insgesamt in instanzierten Bereichen statt, zu denen man sich jeweils teleportiert. Nichts für mich, denn ich bevorzuge einen offene Welt. Genau das ändert Teil 2. Es legt den Schwerpunkt weiterhin auf eine Geschichte, die erzählt wird, was dann zwangsläufig in instanzierten Bereichen stattfindet, aber ansonsten spielt man größtenteils in einer offenen Welt. Damit kann ich sehr gut leben.

Vor allem aber die Geschichte ist es, die mich interessiert.  In anderen MMOs werden in manchen Quests Schnipsel einer Geschichte erzählt, aber nirgends gibt es das, was das Rollenspielerherz begehrt, nämlich eine wirkliche Geschichte seines Charakters in einer offenen Welt zu erleben.
Als Rollenspieler denkt man sich so etwas als Hintergrundgeschichte für den Charakter dann eben selber aus. So habe ich in WoW am Anfang lange daran gegrübelt, welche Hintergrundgeschichte meine Charaktere haben und wie sie zueinander stehen. Aber der Rollenspielaspekt in WoW hat sich mangels geringster Unterstützung, z.B. keine Durchsetzung der eigenen Richtlinien für Namen, durch Blizzard ja leider aufgelöst. Im Intro der GW2 Demo auf der diesjährigen Games Convention in Köln war zu sehen, daß man sich bei GW2 vor Spielbeginn bei der Charaktererstellung, zumindest rudimentär, eine Charaktergeschichte zusammenstellt.
Das macht mir Mut, daß das Spiel nicht nur eines der üblichen MMOs wird, wo das Sammeln von Ausrüstung und das Leveln im Vordergrund steht, sondern man wirklich (s)eine Geschichte erleben kann. Gerade wenn ich bei Aion den 10. oder 20. Wiederholquest mache, um zu leveln, da Aion immer noch zu wenige normale Quests hat, besonders ab Stufe 40+, sehne ich mich nach guten Quests, wenigstens wie in WoW. Aber das hatte am Schluß auch nichts anderes zu bieten, als tägliche Quests. Mal sehen, ob GW2 da besser wird.

Wenn man dann noch die weiteren Ankündigungen nimmt

  • dynamisches Eventsystem (die „öffentlichen Quests“ aus Mythics Warhammer, die sich aber an die Zahl der Teilnehmer anpassen sollen, wie z.B. in Star Trek Online)
  • dynamische Events verändern die Welt für alle Spieler (was aber natürlich auch durch Einsatz der Spieler wieder rückgängig gemacht werden kann)
  • Soloinhalte sind neben Gruppeninhalten gleichberechtigt im Spiel (mit ausdrücklichem Hinweis auf WoW)
  • großartiges Färbesystem
  • andere Spieler nicht als Konkurrent (automatische Beuteverteilung durch das Spiel; Rohstoffe kann jeder für sich abbauen, ohne daß andere das nicht mehr können)
  • Transmutationssystem (man kann das Aussehen eines Gegenstandes auf einen anderen übertragen, der dabei aber seine Werte behält, wie in Aion)
  • man kann eigene Sets schaffen (über Bestückung eines Upgradeslots, den jedes Ausrüstungsteil hat)
  • automatische Levelanpassung an den Inhalt (so können Spieler verschiedener Level zusammen spielen und man kann auch in die Stargebiete der anderen Rassen zurück gehen, wenn man Maximallevel erreicht hat, findet dort aber immer noch Aufgaben)

Eric Flannum: „Die Grundidee ist also, dass wir euch keinen bestimmten Spielstil aufzwingen wollen…“

Wo kann ich mir das an die Wand hängen?
Nur mal zum Vergleich in WoW. Ab einem bestimmten Punkt muß man in Raids gehen, wenn man seinen Charakter (Ausrüstung, Berufsrezpte usw.) noch verbessern will. Selbst der PvP-Zwangsinhalt „Arena“ in WoW setzt voraus, daß man sich vorher anderweitig gute Ausrüstung, vor allem Waffen, besorgt hat.

Eric Flannum: Unsere Ansicht ist in diesem Fall, dass gecraftete Rüstungen anders als andere Items, aber diesen weder unter- noch überlegen sein sollen. … Unser Ziel ist es dass ihr mit Crafting niemals Wegwerfitems herstellt… – es wird nie irgendetwas sein das ihr nur herstellt um euer Können zu verbessern und das ihr hinterher wegwerft oder zum Kaufmann gebt.

Klingt für mich, als leidenschaftlicher Rohstoffsammler und Crafter, wie der Traum. Mal sehen, wie er der Realität standhält.
Auch hier wieder das Gegenbeispiel WoW. Crafting (Handwerk) ist in WoW nur dazu da, daß man seinem Charakter für den folgenden Raid- oder Arenagrind eine Grundausrüstung verschaffen kann. Danach ist Handwerk in vielen Bereichen, außer bei Verbrauchsgütern, praktisch tot. Es gibt keine neuen Rezepte, die mit dem Ausrüstungsfortschritt durch Drops mithalten.

Das einzige, was man als Wermutstropfen sehen könnte, wenn man wollte, ist der Shop für das Spiel und das Geschäftsmodell, das wohl auf DLC (herunterladbarer Zusatzinhalt) hinauslaufen wird. Tansmutationssteine z.B. sollen über den Shop laufen, aber auch im Spiel erspielbar sein. Ebenso wird es wahrscheinlich Dinge wie in Guild Wars (1) Shop geben, also bestimmte Kleidungsstücke, weitere Charakterplätze, mehr Lagerplatz, Haustiere, bestimmte Gegenstände und die „üblichen“ Dinge, wie Charakter- und Namensänderungen.

Aber mal ehrlich, dafür muß man keine Monatsabogebühr zahlen und für die um die gesparten 13,- € im Monat kann man schon einiges im Shop kaufen. Ich finde es daher nicht schlimm. Irgendwie muß sich das Spiel ja finanzieren. Und andere verlangen für weniger Inhalt eine entsprechende Abogebühr.
Außerdem – und da spricht wieder der Gelegenheitsspieler in mir – ich muß mir die Zusatzinhalte, z.B. neue Quests, Storyfortschritte usw., ja erst kaufen, wenn ich soweit bin. In anderen Spielen, wie WoW, zahle ich mit meiner Monatsgebühr die Entwicklung von Inhalten für Vielspieler, z.B. Raider, ohne diese Inhalte je zu Gesicht zu bekommen. In GW2 kann ich den Spielfortschritt an meinen Fortschritt anpassen. Bin ich noch nicht so weit, ist auch kein Geld für Zusatzinhalte fällig.

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2 Antworten zu Guild Wars 2 – Eine neue Hoffnung

  1. Sqwirrel schreibt:

    Grüß Dich,

    bin gerade per Bloghopping hier gelandet.

    Ich gehöre ja zu denen, die WoW jetzt aufgrund der letzten Änderungen den Rücken zugewendet haben. Da konnte dann auch der „Sozialkleister“ nichts mehr kitten an den Scherben, die Patch 4.0.1 an meiner Spiellust verbrochen hat. 😉

    Ich teste derzeit Lotro, warte aber umso gespannter auf Guildwars2, welches derzeit echt wie ein Traum klingt.
    So richtig vorstellen kann ich mir das noch nicht, was die da alles vorhaben.

    Greetz,
    das Zockerhörnchen

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